Schwarze Mörtelbiene
Die Bestände der Schwarzen Mörtelbiene (Megachile parietina) sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts in ganz Mitteleuropa stark zurückgegangen. Heute ist diese Wildbienenart selten und gilt als stark gefährdet. Zu den wichtigsten Ursachen gehören die Intensivierung der Landwirtschaft sowie der Verlust geeigneter Futterpflanzen und Nistgelegenheiten.
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Eine wahre Baumeisterin
Die Schwarze Mörtelbiene ist eine wahre Baumeisterin: Sie stellt ihren eigenen «Mörtel» her, indem sie kleine Steinchen, Erde und Sand mit ihrem Speichel vermischt. Damit baut das Weibchen ihre Nester, die man an sonnigen Trockenmauern, Felsen oder Hauswänden findet.
In den Brutzellen legt sie jeweils einen Vorrat aus Pollen und Nektar sowie ein Ei ab und verschliesst die Kammer anschliessend. Die Larven ernähren sich von diesem Vorrat, verpuppen sich und überwintern als ausgewachsene Bienen im Kokon. Im Frühjahr schlüpfen sie aus dem Nest und beginnen ihren Fortpflanzungszyklus.
Esparsette und Hornklee
Die Schwarze Mörtelbiene sammelt ausschliesslich Pollen von Schmetterlingsblütlern, insbesondere an Esparsette und Hornklee. Früher waren diese Pflanzen in den Heuwiesen weit verbreitet. Durch die zunehmende Düngung sind sie jedoch markant zurückgegangen. Auch der frühere und häufigere Wiesenschnitt während der Hauptflugzeit entzieht der Mörtelbiene vielerorts ihre Nahrungsgrundlage.
Förderprojekt in Ausserberg
Im UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch gilt die Schwarze Mörtelbiene als prioritäre Art. Mehrere Vorkommen sind bekannt, insbesondere entlang der Lötschberg Südrampe. Lokale Experten haben jedoch festgestellt, dass die Bestände rückläufig sind.
Aus diesem Grund unterstützt das UNESCO-Welterbe SAJA die Schwarze Mörtelbiene in Ausserberg. Ziel des Projekts ist es, die Niststandorte in der Region zu erfassen und zu dokumentieren sowie in deren Umgebung die wichtigen Futterpflanzen, insbesondere die Esparsette, zu fördern.
Seit 2025 werden die Nester in Ausserberg jährlich gesucht und inventarisiert. Aktuell sind an 16 verschiedenen Mauern insgesamt fast 60 Nester dokumentiert. Im Frühsommer 2026 wurde zudem in verschiedenen Privatgärten Esparsette ausgesät.